Wallberg - Rodelspass im Märzen

Sonnenbrille, Mütze, Handschuhe, Anorak, Skihose mit Wanderschuhen, Rucksack mit Getränken usw. - alles was der Mensch braucht !

Nur ein paar Meter vom Hotel Concordia entfernt ist die Bushaltestelle Breitenbach Bad Wiessee:
Wir stehen und stehen und warten auf den Bus.

Kommt er oder kommt er nicht - wir glauben es kaum: Er ist da und nimmt uns mit der Gästekarte kostenlos mit. Mit einer Sight-Seeing-Tour durch Bad Wiessee fängt es an und an der Weissach Brücke in Rottach-Egern steigen wir in den Bus Richtung Wildbad Kreuth um. Sonnengeflimmer überm meterhohen Schnee. Die Sonnenbrille ist Gold wert.

Mit der Bergfahrt fängt ein Märchen an. Schwebend überm tiefverschneiten Bergwald erschließt sich uns das wunderbare Panorama Tegernseer Tal von Rottach-Egern übern See, rechts Tegernsee mit dem Schloß, links Bad Wiessee mit der Maria Himmelfahrt-Kirche und am Talschluß Gmund mit Blick in der Ferne links zur Bayrischen Hauptstadt München.

Unsere Gondel hält im Panorama-Bergrestaurant Wallberg. Nicht nur wir hatten die Idee, viele begeisterte Bergfans tummeln sich zwischen Bergstation und Wallbergkircherl. Erstmal staunen wir über die grandiose Fernsicht:
Fockenstein, Hirschberg, Leonhardstein, Roß- und Buchstein mit der Tegernseer Hütte, Karwendel, Zugspitze, Rofangebirge, nach Süden vor uns Risserkogel, Bayr. Schinder - dahinter Großvenediger, Großglockner, Wilder Kaiser, vom Wendelstein links ins Inntal zum Chiemsee und weiter ins bayr. Oberland.

Mütter machen sich auf dem Rodel startklar mit ihren Sprößlingen als Tandemgespann, teils auch schon mit eigenem Rodel - Väter sind vereinzelt auch dabei. Singl, Verliebte und ältere Paare ? alle freuen sich auf die längste Rodelbahn Deutschlands. Bestens präpariert liegt sie vor uns und mit einem lauten Ruf: "Auf geht´s" beginnt die rasante Fahrt. Ganz langsam nehmen wir Kontakt zum Schnee auf, winken den Zaungästen zu und verschwinden hinter der Kurve. Die ersten "Gestrandeten" werden überholt: Mütter versuchen ihren Kindern die Technik des Rodelns am Berg zu vermitteln.

Unsere technischen Kenntnisse erweisen sich als super - bis in der dritten Kurve auch uns das Schicksal ereilt: der erste landet kopfüber im Schnee. Unter Gelächter, Prusten und Schneeabklopfen besteigen wir wieder unseren Rodel und weiter geht´s. Am Wallbergsattel gibt´s eine kleine Verschnaufpause, alles sammelt sich und mit neuem Mut stürzen wir uns über die Serpentinen in die Tiefe. Ein herrliches Licht- und Schattenspiel erwartet uns. Eine scharfe Kurve: zu schnell! - und ab geht´s in die Bande. Gerade nochmal gut gegangen.

Pausierende Rodler schauen uns voller Neid an. Unsere Füsse sind schon ziemlich ramponiert, da kommt endlich eine herrliche Panoramaserpentine. Mit vielen Ausdrücken: Wau, super, toll, ein Traum - werden die Kameras gezückt und Fotos für die Ewigkeit gemacht, ein weiteres Highlight nach dem Panorama oben! Eine Runde heiße Getränke und eine wohlige innere Wärme durchdringt uns. Ausgeruht geht die Fahrt rasant weiter zur Wallbergmoosalm. An den schön gedeckten Tischen draußen stärken wir uns für die Weiterfahrt. Mit lautem Hallo, Pfüad di, ois Guade verabschieden wir uns von den Gästen und rodeln dem Tal entgegen.Wir geben unsere Rodel ab. Morgen erinnert uns vielleicht noch ein Muskelkater an die herrliche Rodelpartie vom Wallbeg zum Tegernsee.

Alle sind sich einig: das werden wir auf jeden Fall wiederholen so oft es geht.

G. W. Schönauer-Wanninger

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